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Skonto · Liquidität

Skonto anbieten: Rechnet sich das? Die ehrliche Rechnung

„2 % Skonto bei Zahlung in 10 Tagen“ — klingt nach Kleingeld, ist aber einer der teuersten Kredite, die du vergeben kannst. Hier ist die Rechnung, wann Skonto sich trotzdem lohnt und wie du es sauber auf die Rechnung schreibst.

Stand: Juli 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Was Skonto eigentlich ist

Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung: Der Kunde darf z. B. 2 % vom Rechnungsbetrag abziehen, wenn er innerhalb von 10 Tagen statt der regulären 30 Tage zahlt. Rechtlich ist das eine freiwillige Vereinbarung — kein Kunde darf einfach Skonto abziehen, wenn du es nicht angeboten hast. Steht es aber auf der Rechnung, ist es verbindlich.

Die ehrliche Kostenrechnung

Was kosten dich 2 % Skonto wirklich? Der Kunde zahlt 20 Tage früher (Tag 10 statt Tag 30) und bekommt dafür 2 % Nachlass. Auf einen Jahreszins hochgerechnet:

RechenschrittWert
Nachlass für frühere Zahlung2 % vom Rechnungsbetrag
Zeitvorteil20 Tage (Tag 10 statt Tag 30)
Solcher 20-Tage-Zeiträume pro Jahr360 ÷ 20 = 18
Effektiver Jahreszins2 % × 18 ≈ 36 % p. a.

Anders gesagt: Du „leihst“ dem Kunden Geld zu einem Zinssatz, für den dich jede Bank auslachen würde. Bei einer 10.000-€-Rechnung kostet dich das Skonto 200 € — dafür, dass das Geld 20 Tage früher da ist. Deshalb: Skonto nie aus Gewohnheit anbieten, sondern bewusst.

Wann es sich trotzdem lohnt

  • Liquidität ist knapp: Wenn du sonst den Kontokorrentkredit ziehen müsstest oder Material vorfinanzierst, kann schnelles Geld die 2 % wert sein — Hauptsache, du rechnest es einmal durch statt zu raten.
  • Mahnaufwand und Ausfallrisiko: Eine Rechnung, die in 10 Tagen bezahlt ist, wird nie zum Mahnfall. Jede vermiedene Mahnschleife spart Zeit, Nerven und im schlimmsten Fall den Totalausfall (siehe Kunde zahlt nicht).
  • Skonto ist eingepreist: Viele Betriebe kalkulieren die 2–3 % von vornherein in den Angebotspreis ein. Dann ist Skonto kein Verlust, sondern ein Rabatt, den nur die schnellen Zahler bekommen.

Faustregel: Skonto lohnt sich, wenn dein eigener Finanzierungszins plus dein Mahnaufwand teurer sind als die ~36 % p. a. — oder wenn du es vorher in den Preis einkalkuliert hast. Wer solide Liquidität hat und pünktlich zahlende Kunden, verschenkt mit pauschalem Skonto schlicht Marge.

Die richtige Formulierung auf der Rechnung

Eindeutig, mit konkreten Fristen und Bezugsbetrag — zum Beispiel:

„Zahlbar innerhalb von 30 Tagen ohne Abzug. Bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen ab Rechnungsdatum gewähren wir 2 % Skonto (Zahlbetrag: 9.800,00 € statt 10.000,00 €)."

Den Skontobetrag auszurechnen und hinzuschreiben vermeidet Diskussionen — und den beliebten Trick, dass Kunden nach 4 Wochen trotzdem mit Abzug überweisen. Zieht ein Kunde unberechtigt Skonto, darfst du die Differenz nachfordern. Umsatzsteuerlich ist gezogenes Skonto eine Entgeltminderung — die USt korrigiert sich entsprechend (§ 17 UStG); eine gute Rechnungssoftware bucht das automatisch richtig.

Skonto vs. Rabatt — nicht verwechseln

Ein Rabatt senkt den Preis sofort und bedingungslos — er steht schon im Angebot und ist weg, egal wann gezahlt wird. Skonto ist an eine Bedingung geknüpft (schnelle Zahlung) und wirkt erst bei der Bezahlung. Wer im Preisgespräch „noch was machen“ will, fährt mit Skonto oft besser: Der Kunde bekommt seinen Nachlass nur, wenn du dafür etwas bekommst — dein Geld, schnell.

So hilft handwerkstool

In handwerkstool trägst du Skonto-Prozentsatz und Frist direkt in der Rechnung ein — die korrekte Formulierung („Bei Zahlung innerhalb von X Tagen gewähren wir Y % Skonto") erscheint automatisch auf dem Dokument. So ist das Angebot rechtlich sauber formuliert, und du entscheidest je Rechnung, ob du Skonto anbietest.

Häufige Fragen

Darf ein Kunde einfach Skonto abziehen?

Nein. Skonto ist eine Vereinbarung — der Kunde darf nur abziehen, wenn du es im Angebot oder auf der Rechnung angeboten hast und er innerhalb der Frist zahlt. Unberechtigt gezogenes Skonto darfst du nachfordern.

Wie teuer ist 2 % Skonto wirklich?

Sehr teuer: 2 % Nachlass für 20 Tage frühere Zahlung entsprechen hochgerechnet rund 36 % Jahreszins (360 ÷ 20 = 18 Perioden × 2 %). Skonto lohnt sich daher nur bei knapper Liquidität, hohem Mahnaufwand — oder wenn es von vornherein in den Preis einkalkuliert ist.

Was ist der Unterschied zwischen Skonto und Rabatt?

Ein Rabatt senkt den Preis sofort und ohne Bedingung. Skonto ist ein bedingter Nachlass: Der Kunde bekommt ihn nur, wenn er innerhalb der Skontofrist zahlt. Im Preisgespräch ist Skonto oft die bessere Karte, weil du im Gegenzug schnelles Geld bekommst.

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Hinweis: Dieser Ratgeber informiert allgemein und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Für deinen Einzelfall wende dich an Steuerberater oder Anwalt.

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