Gründung im Handwerk
Stundensatz berechnen im Handwerk: Was musst du wirklich pro Stunde verlangen?
Der häufigste Fehler beim Start ist ein Stundensatz, der aus dem Bauch kommt oder vom Nachbarbetrieb abgeschrieben ist. Er fühlt sich marktüblich an — und trägt trotzdem nicht, weil er auf Stunden gerechnet ist, die es im Jahr gar nicht gibt. Wer zu niedrig startet, arbeitet den Fehler jahrelang ab, weil Preiserhöhungen bei Bestandskunden schwer sind.
Die Rechnung selbst ist einfach. Du brauchst zwei Dinge: die Stunden, die du im Jahr wirklich verkaufen kannst, und den Betrag, den dein Betrieb im Jahr decken muss. Der zweite geteilt durch den ersten ist dein Stundensatz. Die ganze Kunst steckt in der ersten Zahl.
Von 365 Tagen bleiben nach Wochenenden und Feiertagen rund 250 Arbeitstage. Davon gehen Urlaub, Krankheit und Fortbildung ab — das sind schnell 40 Tage. Und von den übrig gebliebenen Stunden ist längst nicht jede verkäuflich: Fahrten zur Baustelle, Angebote schreiben, Material holen, Rechnungen stellen, Reklamationen. Diesen Anteil bildet die produktive Quote ab. Sie ehrlich zu schätzen ist der wichtigste Schritt der ganzen Kalkulation.
Stundensatz-Rechner
Rechnet in deinem Browser — deine Zahlen verlassen das Gerät nicht.
Kalendertage ohne Wochenenden und Feiertage — je nach Bundesland etwa 250.
Tage, die du dir selbst nimmst.
Realistisch schätzen — kalkulierst du mit 0, rechnest du dich arm.
Schulungen, Lehrgänge, Messebesuche.
Deine tatsächliche tägliche Arbeitszeit.
Anteil der Zeit, den du dem Kunden wirklich berechnest. Fahrten, Angebote, Büro und Nacharbeit zählen NICHT dazu.
Fahrzeug, Werkzeug, Versicherung, Miete, Telefon, Steuerberater, Software.
Was du selbst im Jahr verdienen willst (brutto, vor Steuern).
Rechenweg
Der Satz ist ein Netto-Wert und deckt Kosten und deinen Unternehmerlohn. Ein Gewinnaufschlag, Wagnis und Material sind bewusst nicht enthalten — die entscheidest du selbst. Einen gesetzlich vorgeschriebenen Stundensatz gibt es nicht.
Was der Satz noch nicht enthält
Das Ergebnis ist eine Untergrenze, kein Angebotspreis. Es deckt deine Gemeinkosten und deinen Unternehmerlohn — sonst nichts. Darauf kommen noch: ein Zuschlag für Gewinn, ein Wagniszuschlag für Gewährleistungsfälle und schlechte Auslastung, und natürlich das Material des jeweiligen Auftrags. Auch die Umsatzsteuer ist nicht enthalten; ob du sie ausweist, hängt davon ab, ob du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG nutzt.
Eine gesetzliche Vorgabe für die Höhe eines Stundensatzes gibt es nicht — diese Seite ist reine betriebswirtschaftliche Kalkulation und beruft sich bewusst auf keine Rechtsnorm. Was du dagegen kennen solltest, ist die Nachkalkulation: nach ein paar Monaten prüfen, ob deine produktive Quote gestimmt hat. Meist liegt sie niedriger als gedacht.
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Häufige Fragen
Welcher Stundensatz ist im Handwerk vorgeschrieben?
Keiner. Es gibt keine gesetzliche Vorgabe für die Höhe eines Stundensatzes — er ist das Ergebnis deiner eigenen Kalkulation und der Preisvereinbarung mit dem Kunden. Deshalb rechnest du ihn aus deinen Zahlen aus, statt dich an Zahlen aus dem Internet zu hängen.
Warum reicht es nicht, meinen Wunschlohn durch die Jahresstunden zu teilen?
Weil du längst nicht jede Arbeitsstunde verkaufen kannst. Urlaub, Krankheit und Fortbildung fallen komplett heraus. Von den verbleibenden Stunden gehen Fahrten, Angebote schreiben, Material holen, Büro und Nacharbeit ab — genau das erfasst die produktive Quote. Rechnest du mit 100 Prozent, kalkulierst du einen Satz, den du im Jahr nie erreichst.
Was gehört in die Gemeinkosten?
Alles, was läuft, ohne dass ein bestimmter Kunde es bezahlt: Fahrzeug samt Versicherung und Sprit, Werkzeug und dessen Ersatz, Miete für Lager oder Werkstatt, Telefon, Software, Steuerberater, Beiträge und Versicherungen. Material für einen konkreten Auftrag gehört nicht dazu — das rechnest du dem Auftrag direkt zu.
Ist der berechnete Satz mein Angebotspreis?
Nein, er ist die Untergrenze. Der Satz deckt deine Kosten und deinen Unternehmerlohn — mehr nicht. Gewinn, Wagnis für Gewährleistungsfälle und schwankende Auslastung kommen darauf. Außerdem ist es ein Nettowert: Die Umsatzsteuer kommt je nach Steuerstatus noch hinzu.
Hinweis · Stand: 2026-08-18
Diese Seite enthält bewusst keine Rechtsaussagen — der Stundensatz ist eine rein betriebswirtschaftliche Größe. Der Rechner arbeitet ausschließlich in deinem Browser; deine Eingaben werden nicht an uns übertragen. Erwähnt wird lediglich § 19 UStG (Kleinunternehmerregelung) als Grund dafür, ob auf den Nettosatz Umsatzsteuer kommt — der amtliche Wortlaut steht hier.
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